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Edekamarkt: unsozial

Liebe Mitmenschen! Ich bin grad fassungslos: bei meinem Einkauf heute im Edekamarkt (Altenberger Str./Schandauer Str.) stand vor dem Markt eine gepflegt wirkende, junge Frau und verkaufte die Obdachlosenzeitschrift "Drobs-Die Dresdner Straßenzeitung". Sie bettelte nicht, sie verhielt sich nicht sittenwidrig o.ä., sie war auch nicht aufdringlich. Dennoch kam ein Verkäufer aus dem Markt und forderte sie zum Verlassen des Edekageländes nebst Parkplatz auf. Ich sah ihr ihre Fassungslosigkeit und ihr Unverständnis an, aber sie ging ohne ein Wort. Der Verkäufer konnte mir keine stichhaltige Begründung für seine Forderung nennen, es ist nicht gewünscht und das Hausrecht darf durchgesetzt werden, Punkt. Mir fallen durchaus andere Situationen ein, durch die ich mich eher gestört fühlen könnte, als durch die "Drobs"-Verkäufer/innen. Wie seht ihr das? Sollte man gemeinsam etwas tun und den Markt mal auf den Misstand hinweisen? Wie könnten wir etwas verändern? Der Grund für mein Fragen ist, dass ich finde, es sollte doch möglich sein, sich in unserer heutigen Zeit und Gesellschaft, welche sich oft genug als gefühlskalt und abweisend erweist, anderen Mitmenschen seine Unterstützung zu geben, gerade wenn es keinen Aufwand oder Umstand macht. Die "Drobs" Verkäufer/innen sind Menschen, welche sich wahrscheinlich in keiner einfachen Lebenssituation befinden und diese u.a. dadurch bewältigen, dass sie diese Zeitung verkaufen, durch diese Arbeit ein Zubrot haben und wieder das Gefühl für Tagesstruktur und Wertschätzung erfahren. Diese Tätigkeit ist natürlich eher an stärker frequentierten Orten wie einem Lebensmittelmarkt sinnvoll. Der Edekamarkt nimmt diesen Menschen mit ihrem Verbot die o.g. Chancen und macht sich in meinen Augen mit solch unsozialem Handeln unbeliebt. Bitte schreibt mal Eure Gedanken, Erfahrungen, Anregungen, danke.

Striesen/Neugruna