Deine Nachbar:innen interessieren sich für:
Jetzt kostenlos anmeldenBei einem Wirte, wundermild, Da war ich jüngst zu Gaste; Ein goldner Apfel war sein Schild An einem langen Aste. Es war der gute Apfelbaum, Bei dem ich eingekehret; Mit süßer Kost und frischem Schaum Hat er mich wohl genähret. Es kamen in sein grünes Haus Viel leichtbeschwingte Gäste; Sie sprangen frei und hielten Schmaus Und sangen auf das Beste. Ich fand ein Bett zu süßer Ruh Auf weichen, grünen Matten; Der Wirt, er deckte selbst mich zu Mit seinem kühlen Schatten. Nun fragt’ ich nach der Schuldigkeit, Da schüttelt’ er den Wipfel. Gesegnet sei er allezeit Von der Wurzel bis zum Gipfel! Ludwig Uhland 1787-1862
So lässt sie dir keinen bösen Gedanken herein. - Friedrich Rückert (1788 - 1866)
Die meisten gehen einfach ihrem Tag nach, mit diesem neutralen Gesichtsausdruck, der weder freundlich noch mürrisch ist – eher funktional. Bis etwas Kleines passiert. Ein Windstoß kippt den Fahrradständer. Ein Paket wird beim falschen Nachbarn abgegeben. Der Roller blockiert wieder den Gehweg. Dann entsteht dieser kurze Ernstfall. Und genau da wird jemand plötzlich lustig. Ein trockener Kommentar, ein halbes Lächeln, ein Blick nach oben, als würde der Himmel das alles arrangieren. Es dauert nur Sekunden. Aber man merkt: Die Nachbarschaft hat Humor. Er zeigt sich nur nicht freiwillig.
Walle, Regen, walle nieder, Wecke mir die Träume wieder, Die ich in der Kindheit träumte, Wenn das Nass im Sande schäumte ! Wenn die matte Sommerschwüle Lässig stritt mit frischer Kühle, Und die blanken Blätter tauten, Und die Saaten dunkler blauten. Welche Wonne, in dem Fließen Dann zu stehn mit nackten Füßen, An dem Grase hin zu streifen und den Schaum mit Händen greifen. Oder mit den heißen Wangen Kalte Tropfen aufzufangen, Und den neuerwachten Düften Seine Kinderbrust zu lüften! Wie die Kelche, die da troffen, Stand die Seele atmend offen, Wie die Blumen düftertrunken, In dem Himmelstau versunken. Klaus Groth (1819 - 1899)