Deine Nachbar:innen interessieren sich für:
Jetzt kostenlos anmeldenein Gedicht von Friedrich Rückert Der Baum: Dich nähren meine süßen Früchte, Dich schützet meiner Zweige Dichte, Doch kurz verweilst du nur auf mir; Vor Jahren, bei der Lüfte Gaukeln, Sah ich schon deine Väter schaukeln Auf meinen schlanken Ästen hier. Der Vogel: Der du da trotzest Ungewittern, Sollst dein Geschenk mir nicht verbittern, Das süß aus deiner Krone quillt: Mich treibt die Lust zu frohen Liedern, Die magst mit Früchten du erwidern, Und so ist Beider Sein erfüllt.
Sonderbar, daß ein Sonntagsessen am Montag immer weit besser schmeckt. - Wilhelm Schlichting
Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe Zwei Personen ganz verschieden Luden sich bei mir zu Tafel, Diesmal lebten sie in Frieden, Fuchs und Kranich, sagt die Fabel. Beiden macht ich was zurechte, Rupfte gleich die jüngsten Tauben; Weil er von Schakals Geschlechte, Legt ich bei geschwollne Trauben. Langgehälstes Glasgefäße Setzt ich ungesäumt dagegen, Wo sich klar im Elemente Gold- und Silberfischlein regen. Hättet ihr den Fuchs gesehen Auf der flachen Schüssel hausen, Neidisch müsstet ihr gestehen: Welch ein Appetit zum Schmausen! Wenn der Vogel ganz bedächtig Sich auf einem Fuße wiegte, Hals und Schnabel, zart und schmächtig, Zierlich nach den Fischlein schmiegte. Dankend freuten sie beim Wandern Sich der Tauben, sich der Fischchen; Jeder spottete des andern Als genährt am Katzentischchen. Willst nicht Salz und Schmalz verlieren, Musst, gemäß den Urgeschichten, Wenn die Leute willst gastieren Dich nach Schnauz und Schnabel richten.
Wenn der Wald im Winde rauscht, Blatt mit Blatt die Rede tauscht, möcht ich gern die Blätter fragen: Tönt ihr Wonnen? Tönt ihr Klagen? Springt der Waldbach talentlang, mit melodischem Gesang, frag ich still in meinem Herzen: Singt er Wonne? Singt er Schmerzen? Justinus Kerner (1786 - 1862), deutscher Arzt, Dichter der schwäbischen Romantik