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Jetzt kostenlos anmeldenGedicht von: Ludwig Eichrodt (1827-1892) Nicht nur der Sommer, sondern auch Der Winter hat sein Schönes, Wiewohl man friert bei seinem Hauch, So ist doch dies und jenes Im Winter wirklich angenehm, Besonders dass man sich bequem Kann vor dem Frost bewahren, Und auch im Schlitten fahren. Das weite Feld ist kreidenweiß, Wem machte das nicht Freuden? Die Knaben purzeln auf dem Eis, Wenn sie zu hurtig gleiten, Und ist nicht die Bemerkung schön, Bei Leuten, die zu Fuße geh'n, Dass sie schier alle springen Und mit den Händen ringen? Und wenn man sich versehen hat, Mit Holz, um einzuheizen, So muss die Wärme früh und spat Uns zum Vergnügen reizen, Man richtet mit zufried'nem Sinn Den Rücken an den Ofen hin, Und wärmet sich nach Kräften Für Haus- und Hofgeschäften.
Von: Matthias Claudius (1740 - 1815) Der Winter ist ein rechter Mann, kernfest und auf die Dauer; sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an und scheut nicht süß noch sauer. War je ein Mann gesund, ist er's; er krankt und kränkelt nimmer, weiß nichts von Nachtschweiß noch Vapeurs und schläft im kalten Zimmer. Er zieht sein Hemd im Freien an und lässt's vorher nicht wärmen und spottet über Fluss im Zahn und Kolik in Gedärmen. Aus Blumen und aus Vogelsang weiß er sich nichts zu machen, hasst warmen Drang und warmen Klang und alle warme Sachen. Doch wenn die Füchse bellen sehr, wenn's Holz im Ofen knittert, und um den Ofen Knecht und Herr die Hände reibt und zittert; wenn Stein und Bein vor Frost zerbricht und Teich' und Seen krachen; das klingt ihm gut, das hasst er nicht, dann will er sich tot lachen. -
Wo auf winterlicher Flur Noch kein Hälmchen zu erschauen, Mahnt vom Walde her die Meise, Auf die Sonne zu vertrauen, Die für eine Weile nur Uns entwandert auf der Reise. Martin Greif (1839 - 1911)
„Auch der schönste Schneemann ist im Frühling eine Pfütze.“ — Hans Kasper (1916–1990)