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Ludwigsburg - Ludwigsburg Ost

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Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn

Geh’n wir in den Garten, schütteln wir die Birn’. Schüttel ich die großen, schüttelst du die klein’, wenn das Säckchen voll ist, geh’n wir wieder heim. “Lauf doch nicht so eilig, spannenlanger Hans! Ich verlier’ die Birnen und die Schuh noch ganz.” “Trägst ja nur die kleinen, nudeldicke Dirn, und ich schlepp’ den schweren Sack mit den großen Birn’.” Jeremias Gotthelf (1797–1854)

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Der Herbst

Viele Drachen stehen in dem Winde, Tanzend in der weiten Lüfte Reich. Kinder stehn im Feld in dünnen Kleidern, Sommersprossig und mit Stirnen bleich. In dem Meer der goldnen Stoppeln segeln Kleine Schiffe, weiß und leicht erbaut; Und in Träumen seiner leichten Weite Sinkt der Himmel wolkenüberblaut. Weit gerückt in unbewegter Ruhe Steht der Wald wie eine rote Stadt. Und des Herbstes goldne Flaggen hängen Von den höchsten Türmen schwer und matt. Georg Heym 1887-1912

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Das Huhn

In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut, geht ein Huhn hin und her ... Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh'r? Wird dem Huhn man nichts tun? Hoffen wir es! Sagen wir es laut: dass ihm unsre Sympathie gehört, selbst an dieser Stätte, wo es – »stört«! Christian Morgenstern 1871 - 1914

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Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,

Ein Birnbaum in seinem Garten stand, Und kam die goldene Herbsteszeit Und die Birnen leuchteten weit und breit, Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl, Der von Ribbeck sich beide Taschen voll, Und kam in Pantinen ein Junge daher, So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?« Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.« So ging es viel Jahre, bis lobesam Der von Ribbeck auf Ribbeck zu sterben kam. Er fühlte sein Ende. 's war Herbsteszeit, Wieder lachten die Birnen weit und breit; Da sagte von Ribbeck: »Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins Grab.« Und drei Tage drauf, aus dem Doppeldachhaus, Trugen von Ribbeck sie hinaus, Alle Bauern und Büdner mit Feiergesicht Sangen »Jesus meine Zuversicht«, Und die Kinder klagten, das Herze schwer: »He is dod nu. Wer giwt uns nu 'ne Beer?« So klagten die Kinder. Das war nicht recht – Ach, sie kannten den alten Ribbeck schlecht; Der neue freilich, der knausert und spart, Hält Park und Birnbaum strenge verwahrt. Aber der alte, vorahnend schon Und voll Mißtraun gegen den eigenen Sohn, Der wußte genau, was damals er tat, Als um eine Birn' ins Grab er bat, Und im dritten Jahr aus dem stillen Haus Ein Birnbaumsprößling sproßt heraus. Und die Jahre gehen wohl auf und ab, Längst wölbt sich ein Birnbaum über dem Grab, Und in der goldenen Herbsteszeit Leuchtet's wieder weit und breit. Und kommt ein Jung' übern Kirchhof her, So flüstert's im Baume: »Wiste 'ne Beer?« Und kommt ein Mädel, so flüstert's: »Lütt Dirn, Kumm man röwer, ick gew' di 'ne Birn.« So spendet Segen noch immer die Hand Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Theodor Fontane veröffentlichte diese Ballade 1889

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