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Jetzt kostenlos anmeldenKürzlich wurde hier ja das großflächige Aufbringen von Markierungen auf dem „200 Jahre alten Pflaster der Hufelandstraße“ beklagt. Das hat bei mir das Interesse geweckt, wie es denn im heutigen Bötzow-Viertel hier so vor 150–200 Jahren tatsächlich ausgesehen hat. Für diejenigen mit geringer Aufmerksamkeitsspanne vorneweg: Vor 200 Jahren gab es vermutlich schon die Pflastersteine irgendwo, aber jedenfalls keine Hufelandstraße. Es gab aber die Greifswalder Straße, damals als Chaussee nach Freyenwalde. Rundherum war viel Acker bzw. ehemalige Weinberge, ein paar Mühlen und wenige Gaststätten, siehe Stadtplan von 1835 (Ausschnitt aus dem „1835 Grundriss von Berlin mit nächster Umgegend“ – www.berliner-stadtplansammlung.de/) Die in der Karte verzeichnete Wurst’sche Mühle an der Greifswalder Straße 24/25 entstand 1823 und gehörte um 1835 einer Familie mit dem Namen Wurst. Ab 1858 gehörte die Mühle Friedrich Wilhelm Wurst, einem gesellschaftlich engagierten Bürger, der bereits damals gegen eine frühe Form von Umweltverschmutzung (u. a. Knochenöfen) kämpfte. Bevor dieser am 15. Mai 1907 verstarb hat er das Gelände zur Errichtung einer höheren Lehranstalt der Stadt Berlin geschenkt, die dort das Königstädtische Oberlyzeum errichtete (heute steht dort die Kurt-Schwitters-Schule). Auf Höhe der heutigen Hufelandstraße wurde ab 1825 durch den Mühlenmeister Specht eine weitere Mühle geplant, sie existierte jedoch nur für sehr kurze Zeit bis vor 1829. Um 1835 gab es sie bereits nicht mehr, sodass dort später im Wesentlichen nur noch der auf der Karte sichtbare, verbliebene Weg nachweisbar war. Die Passow’sche Mühle an der Greifswalder Straße 11 wurde 1823 von Carl Ferdinand Passow errichtet und 1828 von Mühlenmeister Ludwig Ferdinand Neumann übernommen. Neumann führte das Anwesen auch um 1835 und erweiterte den Mühlenbetrieb am Standort in den Folgejahren schrittweise um ein Kohlen-Glühofen- und Knochenbrennereianwesen sowie spätestens ab 1847 um eine Dampfmaschine. Im Web gibt es wenig zu dem Thema, aber ich habe ein sehr gutes Buch (Heinrich von Herzberg: Mühlen und Müller in Berlin, 1986, VEB Verlag für Bauwesen) zu den damaligen Mühlen gefunden.
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