Deine Nachbar:innen interessieren sich für:
Jetzt kostenlos anmeldenWer macht so etwas – und WARUM? Ich muss mich jetzt echt kurz aufregen. 🤯😭😭😭 Ich werde nächste Woche versuchen herauszufinden, wer für die Adlerwiese zuständig ist, und ein Schreiben aufsetzen. (Falls jemand von euch das ähnlich sieht und sich anschließen möchte: Schreibt einfach kurz drunter, dann schreibe ich, dass dies das Anliegen mehrerer Anwohner ist). Auf der Adlerwiese wurden vor einigen Wochen vier neue Bäume gepflanzt. In der frischen Erde rundherum entwickelte sich ganz von selbst üppige Vegetation. Während ringsherum fast alles braun, grau und vertrocknet war, leuchteten diese kleinen Inseln grün. Kniehohe Pflanzen. Blüten. Schmetterlinge. Es summte und lebte. Eine kleine Oase für die Augen in all diesem Braun und Grau. Ich dachte: Wie schön. Offenbar lässt man das bewusst stehen. Sinnvoll bei dieser Hitze, gut für Tiere, Insekten und den Boden, der nicht schutzlos der Sonne ausgeliefert ist. Tja. Anfang Juli hat jemand alles plattgemacht. Vegetation weg. Nackte Erde. Danach lagen dort kleine Körner, die für mich nach Rasenaussaat aussahen. Kein einziger ist aufgegangen. Bei Hitze und Trockenheit nicht gerade überraschend. Aber die Natur ist hartnäckig. In den letzten Wochen kamen wieder Pflanzen hoch. Eine Sorte mindestens kniehoch, sattgrün, mitten in der vertrockneten Landschaft. Ich hab mich jedes Mal gefreut, dieses Grün im absurden Kontrast zur Umgebung zu sehen. Dann war ich drei Tage weg. Heute komme ich zurück. Wieder alles weg. Wieder plattgemacht. Wieder nackte Erde. Wieder Mondlandschaft. Und ich stehe davor und denke: WARUM? Wer kommt auf so eine hirnrissige Idee? Welchen Sinn soll das haben? Wir haben Mitte August. Es ist heiß und trocken. Die Wiesen sind braun, die Erde staubtrocken, Bäume kämpfen sichtbar mit der Trockenheit. Und dann wächst da etwas. Von selbst. Etwas, das offensichtlich genau mit diesen Bedingungen zurechtkommt! Es ist grün. Es blüht. Insekten fliegen und finden Nahrung und Schutz. Der Boden wird beschattet statt von der Sonne gebacken. Und dann kommt der Mensch, eine Spezies, die meint, alles beurteilen zu können und zu dürfen, und sagt: Nein. Das darf da nicht wachsen. Weg damit. Ich verstehe es nicht. Ich verstehe es wirklich nicht. Selbst wenn man diese Pflanzen als „Unkraut“ betrachtet und dort irgendwann Rasen haben will: Muss man sie mitten im heißesten Sommer entfernen? Kann dieses bisschen Grün nicht wenigstens bis zum Herbst stehen bleiben? Muss wirklich jede Pflanze genau dort wachsen, wo irgendein Pflegeplan sie vorgesehen hat? Englischer Rasen war gestern! Vielleicht müssen wir endlich unseren Sinn dafür hinterfragen, was eine „gepflegte“ Grünfläche sein soll. Gepflegt kann 2026 doch nicht mehr automatisch heißen: kurz, ordentlich, gleichmäßig und alles weg, was von selbst wächst. Man sieht ja, wie das dann aussieht: tot! Findet irgendwer das schön? Vielleicht bedeutet verantwortungsvolle Pflege manchmal einfach: Stehen lassen. Wilde Ecken zulassen. Nicht alles kontrollieren. Der Natur zugestehen, dass sie vielleicht besser weiß als wir, welche Pflanze mit 30 Grad, Trockenheit und diesem Boden zurechtkommt? Auch auf einem Spielplatz muss nicht jeder Quadratmeter kurz gemähter Rasen sein. Kinder können lernen, mit Natur umzugehen. Eine kniehohe Pflanze ist nicht automatisch gefährlich. Im Gegenteil: Kinder dürfen erleben, dass Natur blüht, summt, flattert und auch wild aussieht. Ich sehe ständig tote Insekten und kleine Tiere auf meinen Wegen. Meine Nachbarin fand letzte Woche einen kleinen toten Vogel im Garten. Im Riemer Park sieht es erschreckend aus. Vieles ist komplett vertrocknet, auch zahlreiche Bäume wirken schwer von der Trockenheit gezeichnet. Natürlich rettet eine wilde Baumscheibe nicht das Klima. Aber genau solche Entscheidungen passieren überall: Hier eine wilde Ecke weg. Dort alles kurz mähen. Da etwas entfernen, weil es nicht ins vorgesehene Bild passt. Und irgendwann wundern wir uns, wo Insekten und Vögel geblieben sind, warum der Boden austrocknet und unsere Städte immer heißer werden. Ich habe im Riemer Park drei Wasserschalen für Tiere aufgestellt und fülle sie täglich. Eine ist mittlerweile verschwunden. Ich hoffe einfach, jemand hielt sie für Müll. Obwohl es ein nagelneuer Untersetzer war … Aber grundsätzlich: Ich verstehe es nicht. Ich verstehe nicht, warum wir angesichts dessen, was direkt vor unserer Haustür passiert, nicht endlich umdenken. Ich habe ehrlich Angst davor, wie unsere Sommer in wenigen Jahren aussehen, wenn wir weitermachen wie bisher. Wir müssen nicht warten, bis München aussieht wie heute schon manche ausgedörrten Gegenden Südeuropas. Wir können und müssen jetzt anfangen... Und manchmal wäre der Anfang verdammt einfach: Lasst das Grün einfach stehen. P.S.: Die letzten vier Bilder sind von Anfang Juli – da war die Wiese rundherum noch einigermaßen grün. Die ersten drei sind von heute, Mitte August. Alles tot!!!
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